Schulgeschichte

Geschichte des BSZ für Elektrotechnik Dresden

August 1992 - Mit Beginn des Schuljahres 1992/93 wurde das Berufliche Schulzentrum für Elektrotechnik Dresden, Königsbrücker Landstraße 152, mit den Außenstellen Meißner Straße 15, Meschwitzstraße 26 und Terrassenufer 15 gegründet. Es ging hervor aus den Gewerblichen Berufsschulen für Elektrotechnik I, II und III, welche mit Einführung des Berufsbildungsgesetzes der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1990 aus vier ehemaligen Betriebsberufsschulen entstanden. Auf Grund der räumlichen Zersplitterung auf vier Standorte, der hohen Mietkosten sowie der auslaufenden Mietverträge wurde ursprünglich ein Schulneubau für das BSZ für Elektrotechnik in Betracht gezogen.

1994 - Der Gebäudebestand der ehemaligen Ingenieurschule für Verkehrstechnik und späteren Fachschule für Technik und Betriebswirtschaft wurde in die Trägerschaft der Stadt Dresden übernommen und für die Aufnahme der vier Schulteile des BSZ für Elektrotechnik rekonstruiert. Nach einem entsprechenden Beschluss der Stadtverordnetenversammlung vom 16. Dezember 1993 begannen sofort die umfangreichen Planungsarbeiten.

Mai 1995 - Beginn der grundlegenden Sanierung des Hauptgebäudes am Strehlener Platz

August 1996 - Mit Beginn des Schuljahres 1996/97 konnte in Teilen des Hauptgebäudes im B-Flügel der Unterricht für alle Klassen der Berufsschule und der Fachschule aufgenommen werden. Drei Außenstellen konnten damit auf-gelöst werden.

Juni 1997 - Fertigstellung des A-Flügels vom Hauptgebäude am Strehlener Platz. Damit waren die Voraussetzungen für den Unterrichtsbeginn des Beruflichen Gymnasiums und der Fachoberschule mit Schließung der Außenstelle Terrassenufer 15 geschaffen. Am Ende der umfassenden Rekonstruktion steht ein Bauvolumen von über 18 Millionen DM zu Buche, finanziert aus Fördermitteln des Freistaates Sachsen und einem hohen Eigenanteil der Landeshauptstadt Dresden. Im Ergebnis dieser Investitionen entstand ein nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten rekonstruiertes Schulgebäude mit modernem Innenleben. Die großzügige Architektur der 50er Jahre ergibt in Verbindung mit moderner Beleuchtungstechnik breite und helle Flure, Treppenhäuser und Unterrichtsräume. Ein Leitrechner steuert und überwacht die neuen Heizungs-, Lüftungs- und Elektroanlagen.

Bei der Erneuerung der ca. 3000 m² Dachfläche in Naturschiefer wurde eine Photovoltaikanlage für Unterrichtszwecke eingebunden, die mit Spendengeldern der Dresdner Elektrizitäts- und Fernwärme GmbH sowie Fördermitteln des Freistaates Sachsen errichtet wurde. Auch im Außengelände wurden Baumaßnahmen durchgeführt. So entstanden über 40 zusätzliche Parkplätze, ein Pausenbereich und ein behindertengerechter Zugang zum Schulgebäude. Der überwiegende Teil der Einrichtungen für den Experimentierunterricht konnte seit 1990 bis zum Einzug in das gemeinsame Haus mit einem Kostenaufwand von 2,4 Mio. DM neu beschafft werden. Diese Ausstattung erlaubt es, einen modernen Unterricht mit einer Vielzahl von Veranschaulichungen, Experimenten und Laborübungen zu gestalten. Dazu stehen den über 2400 Schülern am BSZ 33 Theorieräume, zwei Physikkabinette, ein Chemiekabinett, 12 Laborräume für Elektrotechnik und 12 Laborräume für Computeranwendungen zur Verfügung. Die Computerkabinette wurden durch ein modern strukturiertes Datennetz über Lichtwellenleiterkabel verbunden.

Herbst 1997 - Nach dem abgeschlossenen Umzug aller Schulteile in das sanierte Lehr-gebäude am Strehlener Platz zeigen sich deutlich die Vorteile eines gemeinsamen Hauses. Teure Speziallabore für Elektrotechnik, Physik, Chemie und Technik können durch alle Schüler genutzt werden. Fahrzeiten zu einem anderen Schulstandort, aber auch notwendige Doppelinvestitionen entfallen dadurch. In den oberen drei Etagen des Hauptgebäudes am Strehlener Platz findet der Berufsschulunterricht für Elektroberufe, Mechatroniker, Mikrotechnologen und IT-Berufe statt. In der Etage darunter sowie im noch unsanierten Nebengebäude ist die Fachschule untergebracht. Im Erdgeschoss sowie im Kellergeschoss befinden sich die Räume für das Berufliche Gymnasium.

Mai 1998 - Gründung einer Amateurfunkschulstation am BSZ für Elektrotechnik unter der Leitung eines Fachschullehrers

Dezember 2003 - Funkkontakt zwischen Schülern des BSZ für Elektrotechnik in der Amateurfunk-Schulstation und der internationalen Raumstation ISS – über das Ereignis wurde ausführlich in den Medien berichtet.

Sommer 2007 - Verlagerung der Fachrichtung Bautechnik der Fachschule an das BSZ am Straßburger Platz in Dresden

September 2007 - An der Fachschule beginnt die Vollzeit-Ausbildung in der neuen Fachrichtung Mechatronik.

2007 bis 2010 - Die 1994 von der Stadt Dresden übernommenen ehemaligen Studentenwohnheime der Fach- bzw. Ingenieurschule wurden an private Investoren verkauft und werden grundlegend saniert, zu Wohnkomplexen umgestaltet und als solche vermietet.

Sommer 2008 - Verlagerung der Fachrichtung Kraftfahrzeugtechnik der Fachschule an das BSZ auf der Gerokstraße in Dresden

Juni 2010 - Inbetriebnahme des Versuchsstandes mit einem SCARA-80-Roboter der Firma Bosch an der Fachschule

März 2011 - Dem BSZ wird von der Firma Inneo Solutions GmbH ein Drucker geschenkt, der dreidimensionale Objekte herstellt. Das technische Verfahren besteht im partiellen Verkleben vieler Schichten einer 0,17 Millimeter starken PVC-Folie. Beim Druck werden in jeder Schicht Schnitte gezogen, die die Umrisse des späteren dreidimensionalen Objekts darstellen. So ist es möglich, nach dem Ende des Drucks die überflüssigen, nicht verklebten Schichten aus dem Modell herauszulösen. Übrig bleibt das eigentliche Modell, in dessen Bereich die Folien dauerhaft fest miteinander verbunden sind. Die Festigkeit ist so hoch, dass eine nachträgliche mechanische Bearbeitung keine Schäden verursacht. Einsatzgebiet dieser 3D-Drucktechnik ist vor allem der Bau einfacher dreidimensionaler Modelle direkt durch den Konstrukteur am Computer. Der früher notwendige Umweg über einen gesonderten Modellbauer kann entfallen.

Juni 2011 - Im Ergebnis einer Facharbeit mehrerer Fachschüler der Fachrichtung Elektrotechnik mit dem Schwerpunkt Kommunikationselektronik und Datenverarbeitungstechnik wird das BSZ für Elektrotechnik in die Lage versetzt, Funksignale von Raumstationen und Experimentalsatelliten aus dem All zu empfangen und zu decodieren. Die in Zusammenarbeit mit der TU Dresden, Institut für Luft- und Raumfahrttechnik, am BSZ aufgebaute Satellitenbodenstation kann für eigene Kommunikationsexperimente im Rahmen der schulischen Ausbildung, als auch für die Steuerung und Überwachung eines von Dresdner Studenten entwickelten und in Bau befindlichen Kleinstsatelliten genutzt werden. Die im Dezember 2003 bei einem Funkkontakt zwischen Schülern des BSZ für Elektrotechnik und der internationalen Raumstation ISS gewonnenen Erfahrungen flossen in das Projekt ein.

August 2011 - In mehr als 60 Klassen erhalten etwa 1700 Auszubildende und Lehrlinge, welche überwiegend aus Dresden, aber auch aus dem gesamten Freistaat Sachsen stammen, im Blockunterricht ihre theoretische Ausbildung. Die Fachschule mit den Fachrichtungen Elektrotechnik, Maschinentechnik und Mechatronik bildet 600 künftige "Staatlich geprüfte Techniker" aus. Das Berufliche Gymnasium mit mehr als 200 Schülern verfügt über größtenteils neu eingerichtete Kabinette und Fachunterrichtsräume.

Sommer 2011 - Die Fachschule erhält die Genehmigung zur Eröffnung der neuen Fachrichtung Informatik ab dem Schuljahr 2012/2013. Damit vervollständigt sich das Angebot an Fachrichtungen und Schwerpunkten.

20. bis 22.01.2012 - Das BSZ für Elektrotechnik präsentiert sich erstmals auf der Bildungsmesse KarriereStart in Dresden auf einem Gemeinschaftsstand der Dresdner BSZ, die sich in städtischer Trägerschaft befinden.

April 2013 - Am Sonntag, dem 21.04.2013 um 17:03 Uhr ist es Fachschülern des Beruflichen Schulzentrums für Elektrotechnik Dresden erstmalig gelungen, Funksignale des von Studenten der TU Dresden gebauten ersten sächsischen Satelliten SOMP zu empfangen. SOMP (Students Oxygen Measurement Project) wurde am Freitag, dem 19.04.2013 um 12:00 Uhr mit einer russischen Trägerrakete vom Typ „Soyuz“ vom Weltraumbahnhof Baikonur gestartet. Er dient sowohl der Erforschung von atomarem Sauerstoff im niedrigen Erdorbit als auch Ausbildungszwecken von Studenten und Schülern.

März 2014 - Am BSZ für Elektrotechnik geht ein BSZ-Schulportal im Internet in Betrieb. Es verbessert die Kommunikation mit allen externen Partnern des BSZ, stellt zielgruppenspezifisch relevante Informationen bereit, entlastet den Fachunterricht von organisatorischen Dingen, vereinfacht und homogenisiert bereichsübergreifend viele schulorganisatorische und methodisch-didaktische Aspekte im Schulbetrieb, macht existierende Synergien sichtbar und einfacher nutzbar und stellt Unterrichtsdokumente zentral bereit. Die neue Qualität des Portals besteht darin, dass Lehrkräfte individuell Daten im Internet für ihren Unterricht bereitstellen und verwalten können, auf die die Schülerinnen und Schüler des BSZ passwortgeschützt zugreifen.

November 2014 - Am 08.11.2014 um 10:57 Uhr gelang es am DLR_School_Lab der TU Dresden in den Technischen Sammlungen Dresden einen in den Medien viel beachteten Sprechfunkkontakt zum deutschen Astronauten Alexander Gerst an Bord der internationalen Raumstation ISS herzustellen. Technisch und organisatorisch wurde das Projekt mit Geräten und Erfahrungen der Amateurfunk-Schulstation des BSZ für Elektrotechnik abgesichert. Auf dem Dach des Gebäudes der Technischen Sammlungen in der Schandauer Straße erfolgte die Installation eines PC-gesteuerten nachführbaren An-tennensystems, das für eine Verbindung zur ISS unabdingbar war. Die beteiligten Schüler aus vier verschiedenen Dresdner Schulen und eine Schülergruppe aus Frankfurt/M. hatten die Möglichkeit, Fragen per Amateurfunk live an den Astronauten zu stellen. Am DLR_School_Lab der TU Dresden war der Funkkontakt krönender Abschluss eines Projekts, das u.a. auch die Vorbereitung der Teilnehmer auf eine Amateurfunkprüfung der Bundesnetzagentur, einen Besuch der Raumfahrtabteilung des Deutschen Museums München und des Raumfahrtkontrollzentrums Oberpfaffenhofen enthielt. Das MDR-Fernsehen berichtete noch am gleichen Abend über den geglückten Kontakt zur ISS. Weitere Berichte folgten in allen großen regionalen Tageszeitungen und in den digitalen Medien. Abgerundet wurde die Veranstaltung in den Technischen Sammlungen durch eine live-Videokonferenz mit dem MIR-Astronauten Dr. Reinhold Ewald.

Vorgeschichte des Schulgebäudes als ehemalige Ingenieurschule für Verkehrstechnik Dresden

1950 bis 1951

Die Generaldirektion der Deutschen Reichsbahn beschließt auf Grund eines akuten Mangels an Fachpersonal die Gründung einer eigenen Ausbildungseinrichtung für das mittlere technische Personal der Deutschen Reichsbahn. Sie finanziert die Gründung, den Aufbau und den Neubau der Einrichtung. Damit waren oder wurden alle Angehörigen der späteren Fachschule mit dem Eintritt in diese Einrichtung Angehörige der Deutschen Reichsbahn mit allen Rechten und Pflichten.

01.09.1951

Einstellung der ersten Lehrkräfte und Erarbeitung der Lehrpläne

02.10.1951

Gründung der Fachschule für Eisenbahnwesen in der ehemaligen Staatsbauschule auf der Dornblüthstraße 6 a in Dresden; in den Fachrichtungen Maschinentechnik, Bautechnik sowie Sicherungs- und Fernmeldetechnik beginnen 375 Studenten ihre Ausbildung in 13 Klassen.

01.09.1952

Gründung der Abteilung Fernstudium an der Fachschule für Eisenbahnwesen mit Sitz in der Fischhausstraße in Dresden

02.01.1953

Erster Aufnahmetag für das Fachschul-Fernstudium und damit Beginn des Fernstudiums in Dresden; aus Kapazitätsgründen erfolgt der Unterricht in einer Vormittags- und einer Nachmittagsschicht.

03.09.1953

Nutzung der Julius-Dittfort-Schule in Erfurt für das erste Studienjahr des Direktstudiums, das zweite und dritte wurde in Dresden ausgebildet.

1954

Auf Grund des Platzmangels in Dresden wurde die Seminarschule für Fernstudenten in Eberswalde – später in Riesa – gegründet; Beginn der Ausbildung in der Fachrichtung Starkstromtechnik.

08.04.1954

Grundsteinlegung für den Schulneubau am damaligen Ernst-Thälmann-Platz in Dresden – heute Strehlener Platz

10.10.1954

Verabschiedung des ersten Absolventenjahrganges durch den damaligen Verkehrsminister

1954 bis 1958

Theoretische Ausbildung von Fachschulstudenten zum Dampflokführer in Sonderlehrgängen

01.09.1955

Beginn des Unterrichts im Lehrgebäude (B-Flügel) des Neubaus am damaligen Ernst-Thälmann-Platz in Dresden – heute Strehlener Platz, danach Fertigstellung des Turms mit Anbau (A-Flügel) bis 1958

1956

Bildung der Abteilung Starkstromtechnik an der Fachschule, später Eingliederung dieser Fachrichtung in die Abteilung Fahrzeugtechnik; Eröffnung der Fachrichtung Ingenieurökonomie für den Eisenbahn-, Kraft-, Schiffs- und Luftverkehr und Beginn der Ausbildung ingenieurökonomischer Kader im Fernstudium

1957

Die Fachschule erhält den Status einer Ingenieurschule für Eisenbahnwesen; Beginn des Direktstudiums in der Fachrichtung Ingenieurökonomie und Eröffnung des schuleigenen Internats für 600 Schüler in der Semperstraße.

1958

Einrichtung der Fachrichtung Ingenieurökonomie für das Schifffahrtswesen

1958 bis 1962

Vierjährige Sonderausbildung von Abiturientenklassen zum Ingenieur

1959

Bildung der Abteilung Ingenieurökonomie des Transportwesens (Zusammenfassung aller bisherigen Ingenieurökonomie-Fachrichtungen)

1960

Einführung des kombinierten Studiums mit Studien- und Praxisabschnitten; Bearbeitung überwiegend praxisrelevanter Themen aus der Wirtschaft im Rahmen der Abschlussarbeiten

1961

Einrichtung des Frauensonderstudiums als dritte Studienform neben Direkt- und Fernstudium für berufstätige Frauen mit hohen familiären Belastungen; bis 1975 nutzten 1435 Frauen erfolgreich diese Studienform; seit Beginn des Lehrbetriebs absolvierten 1948 Ingenieure, 50 Techniker und 1351 Meister die Fach- bzw. Ingenieurschule erfolgreich.

1964

Beginn der Ausbildung von Ingenieurökonomen für die zivile Luftfahrt, von Ingenieuren für Navigation und Flugzeugführung (letztere nur bis 1966) und von Ökonomen des Fremdenverkehrs (letzteres im damaligen Karl-Marx-Stadt)

1967

Bildung der Abteilung Luftfahrtbetriebstechnik mit den Fachrichtungen Flugsicherung und Luftfahrzeugtechnik in Berlin-Schönefeld (letztere umfasste die Instandhaltung der Triebwerkzelle und die Elektroausrüstung sowie Geräte)

01.09.1969

Umwandlung der bisherigen Ingenieurschule für Eisenbahnwesen in die Ingenieurschule für Verkehrstechnik Dresden mit den Abteilungen Fahrzeugtechnik, Verkehrsbau, Ingenieurökonomie, Luftfahrtbetriebstechnik, Sicherungs- und Fernmeldetechnik sowie Marxismus-Leninismus; von 1969 bis 1975 bestand das Ingenieurdirektstudium aus zwei Jahren Studium und einem Jahr Praxisanteil mit eingelagerten Seminarkursen in Dresden, ab 1975 aus zweieinhalb Jahren Studium und einem halben Jahr Praxisanteil, der die Anfertigung der Abschlussarbeit enthielt.

1974 bis 1990

Bearbeitung von ca. 220 Verträgen mit der Industrie im Rahmen der Ingenieurabschlussarbeiten – damit verbunden sind ca. 30 wissenschaftliche Veröffentlichungen und ca. 10 Patentanmeldungen.

1976

Außenstellen der Ingenieurschule für Verkehrstechnik bestehen – vorwiegend zur Durchführung der Lehrveranstaltungen des Fernstudiums – in Altenburg, Bärenstein, Berlin, Berlin-Schönefeld, Cottbus, Erfurt, Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz), Leipzig, Magdeburg, Neubrandenburg, Rostock und Schwerin. Die Studienzeit im Fernstudium beträgt fünf Jahre – drei Jahre an den Außenstellen zur Vermittlung der Grundlagen und zwei Jahre für Fachseminarkurse in Dresden inklusive der Abschlussarbeit. An der Ingenieurschule sind ca. 1000 Direktstudenten und bis zu 3500 Fernstudenten in 13 Fachrichtungen eingetragen – damit gehört sie zu den größten Ingenieurschulen in der DDR. Seit Beginn des Lehrbetriebs haben 15 000 erfolgreich ausgebildete Absolventen die Fach- bzw. Ingenieurschule verlassen.

September 1980

Die Ingenieurschule für Verkehrstechnik erhält den Namen „Erwin Kramer“ (von 1950 bis 1970 Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn und von 1954 bis 1970 Minister für Verkehrswesen der DDR). Es bestehen die Abteilungen Schienenfahrzeugtechnik, Kraftfahrzeugtechnik, Elektrische Zugförderung, Sicherungs- und Fernmeldetechnik, Verkehrsbau, Luftfahrtbetriebstechnik, Ingenieurökonomie, Ökonomie des Fremdenverkehrs und Marxismus-Leninismus.

1984 bis 1988

Neben anderen Studenten aus dem internationalen Ausland studieren 85 libysche Studenten auf kommerzieller Basis an der Ingenieurschule.

1985

Eröffnung des Weiterbildungszentrums Instandhaltung Prozessautomatisierungstechnik mit der Aufgabe, das Personal für die Bedienung der im Verkehrswesen der DDR eingeführten EDV-Rechentechnik auszubilden

1985 bis 1989

Lehrkräfte und Absolventen der Ingenieurschule erstellen die Konstruktionsunterlagen für den originalgetreuen Nachbau der ersten deutschen Dampflok „Saxonia“ von Andreas Schubert im damaligen Reichsbahnausbesserungswerk Halle, die am 08.04.1989 die große Parade zum Jubiläum „150 Jahre erste deutsche Fernbahn Leipzig – Dresden“ anführte (die Konstruktionsunterlagen liegen im Verkehrsmuseum Dresden als Leihgabe aus). Die Ausbildung an der Ingenieurschule für Verkehrstechnik erfolgt in den Fachrichtungen Schienenfahrzeugtechnik, Kraftfahrzeugtechnik, Elektrische Maschinen und Geräte, Eisenbahnbau, Straßenbau, Brückenbau, Eisenbahnsicherungstechnik, Verkehrsnachrichtentechnik, Luftfahrtelektronik/Flugsicherung, Luftfahrzeugtechnik, Ingenieurökonomie des Transportwesens sowie Ökonomie des Fremdenverkehrs, die zu acht Abteilungen zusammengefasst sind.

1988

Integration der Ingenieurschule für Verkehrstechnik in die Hochschule für Verkehrswesen „Friedrich List“ Dresden – dort als Fachschule für Verkehrswesen „Erwin Kramer“ geführt; Vorbereitung und schrittweise Einführung der Technikerausbildung mit den Varianten „Weg 1“ (für Bewerber mit Berufsausbildung – zwei Jahre Ausbildungsdauer) und „Weg 2“ (für Bewerber ohne Berufsausbildung – drei Jahre Ausbildungsdauer)

ab 1989

Auch an der Fachschule für Verkehrsesen stellen die DDR-typischen Massenorganisationen und Massenbewegungen ihre Tätigkeit ein.

1990

Antrag auf Wiederherstellung der Selbstständigkeit der Fachschule für Verkehrswesen; Dokumente vom Juni 1990 belegen den Wunsch, die ehemalige Fachschule unter Umständen in eine selbstständige Fachhochschule zu überführen oder als Teil in eine Fachhochschule Dresden zu integrieren.

bis 1991

Mindestens zeitweise verfügte die Fach- bzw. Ingenieurschule über folgende eigenen Einrichtungen: Mensa mit Küche, Wohnheim, Bibliothek, Schulfunk, Sporthalle, „Konsum“-Verkaufsstelle, Lichtpauserei, Sportplatz, Fachschulsportgemeinschaft „Lokomotive“, Studentenclub mit Diskothek, Organisation von Auslandspraktika, Lehrbriefentwicklung, Vermittlung des Fahrerlaubniserwerbs, Winterlager im Erzgebirge, Zeltplatz an der Ostsee, Winterlager im Altvatergebirge (heute Tschechische Republik), Chor, Singegruppe, Kabarettgruppe, Tanzkapelle, Zirkel zur künstlerischen Selbstbetätigung (Textilgestaltung, Malerei, Grafik, Fotozirkel), Interessengruppe Schach, Filmklub mit -saal und Schneidetisch, Arztpraxis für Allgemeinmedizin, Zahnarztpraxis, Frauenruheraum.

September 1991

Wiedererlangung der Selbstständigkeit in Form der Fachschule für Technik und Betriebswirtschaft Dresden; Beginn der Ausbildungen zum Staatlich geprüften Techniker in den Fachrichtungen Bautechnik, Elektrotechnik, Kraftfahrzeugtechnik und Maschinentechnik sowie der Ausbildung zum Staatlich geprüften Betriebswirt in den Fachrichtungen Datenverarbeitung und Industrielle Wirtschaft; letztmalige Immatrikulation von Ingenieurstudenten

1991 bis 1993

Intensive Bemühungen um den Erhalt der Fachschule als eigenständige Studieneinrichtung

Juni 1993

Verabschiedung des ersten Absolventenjahrganges von Staatlich geprüften Technikern und Betriebswirten

15.07.1993

Der Sächsische Landtag beschließt das „Gesetz über die Hochschulen im Freistaat Sachsen vom 04. August 1993“. Im § 160 „Auflösung von Ingenieurschulen und betriebswirtschaftlichen Fachschulen“ heißt es: „Die vor dem 03. Oktober 1990 gegründeten, im Freistaat Sachsen gelegenen Ingenieurschulen und betriebswirtschaftlichen Fachschulen werden … mit Inkrafttreten dieses Gesetzes aufgelöst. Studierende, die an einer … aufgelösten Einrichtung eingeschrieben waren, können ihr Studium nach der bisherigen Studien- und Prüfungsordnung fortsetzen.“

01.01.1994

Übernahme des Gebäudekomplexes der ehemaligen Fachschule für Technik und Betriebswirtschaft durch die Landeshauptstadt Dresden vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst; Umnutzung der Häuser als Berufliches Schulzentrum für Elektrotechnik mit einem Schulteil Berufsschule, einem Schulteil Berufliches Gymnasium und einem Schulteil Fachschule für Technik

Juni 1994

Verabschiedung des letzten Absolventenjahrganges von Ingenieuren

30.06.1994

Endgültige Schließung der Fachschule für Technik und Betriebswirtschaft nach dem Studienende der letzten Ingenieure – damit endet die Geschichte und Existenz der früheren Ingenieur- bzw. Fachschule.