Facharbeiten

Facharbeiten an der Fachschule für Technik

Anliegen der folgenden Informationen

Fachschüler/-innen und Praxispartner unserer Fachschule melden sich immer wieder mit Rückfragen zur Fach- bzw. Projektarbeit in der Fachschulausbildung. Die folgenden Zeilen sollen zur Beseitigung diesbezüglicher Unklarheiten dienen. Gleichzeitig können sich potenzielle Praxispartner, die bisher noch keine Themen an Fachschüler/-innen vergeben haben, eine eigenständige Meinung über die damit verbundenen Vor- und Nachteile bilden.

Facharbeit an der Fachschule für Technik

Im Rahmen der Facharbeit soll in der letzten Klassenstufe der Nachweis erbracht werden, dass die Fachschülerin bzw. der Fachschüler in der Lage ist, die erlangte Kompetenz bei der Lösung einer in der Regel technischen Aufgabe selbstständig in einer angemessenen Zeit zielorientiert und erfolgreich anzuwenden. Der Gegenstand der Aufgabe für die Facharbeit soll dabei dem komplexen Charakter des Arbeitsvermögens eines "Staatlich geprüften Technikers" entsprechen.

Die Palette an möglichen Inhalten erscheint nahezu unbegrenzt. Eine Aufgabe für die Facharbeit kann durch eine Firma des Handwerks, der erzeugenden oder verarbeitenden Industrie, durch eine Forschungseinrichtung, eine höhere Bildungseinrichtung, eine Behörde, eine wissenschaftliche Institution oder durch die Fachschule selbst gestellt werden.

Die Bearbeitung privater Facharbeitsthemen wird nur gestattet bzw. anerkannt, wenn sich im Vorfeld eine Lehrkraft bereiterklärt hat, das betreffende Thema als schulischer Betreuer zu begleiten. Findet sich keine Lehrkraft für das beabsichtigte private Thema, ist dessen Anerkennung als Facharbeitsthema nicht möglich.

Formulierung der Aufgabenstellung

Das Thema für eine Facharbeit sollte durch eine Aufgabenstellung im Umfang von etwa einer halben A4-Seite eindeutig, nachvollziehbar und abrechenbar formuliert werden. Die möglichen inhaltlichen Anforderungen können entsprechend der betrieblichen Interessen festgelegt werden - sollten aber mit dem für die jeweilige Fachrichtung zutreffenden Lehrplan in Beziehung stehen. Jeder Fachschülerin und jedem Fachschüler wird für die Bearbeitung der Facharbeit eine fachkompetente Lehrkraft zur Betreuung durch die Schule zugeordnet. Diese Lehrkraft bestätigt die Aufgabenstellung, sofern bestimmte Grundanforderungen an Umfang und Komplexität erfüllt werden. Für die dafür notwendige Detailabstimmung stellt die Fachschülerin bzw. der Fachschüler den Erstkontakt zwischen betrieblichem und schulischem Betreuer her.

Bearbeitung der Aufgabenstellung

Für die Erarbeitung der Inhalte der Facharbeit ist die Fachschülerin bzw. der Fachschüler selbst verantwortlich. Zeitlich stehen dafür gemäß Stundentafel der Technikerausbildung 80 Unterrichtsstunden sowie bei Bedarf die unterrichtsfreien Wochen und Tage zur Verfügung. Auf wenige Tage befristete Freistellungen vom Unterricht sind möglich. Die betreuende Lehrkraft steht der Fachschülerin bzw. dem Fachschüler als Ansprechpartner bei Fragen und Problemen im Zusammenhang mit der Facharbeit zur Verfügung. Spätester Abgabetermin für die Facharbeiten als Dokument ist jeweils der erste Montag nach den Osterferien.

Während der Zeit der Bearbeitung der Facharbeit dauert das Ausbildungsverhältnis für alle Fachschüler/-innen an, womit sie auch in dieser Phase der Ausbildung den Unfallversicherungsschutz des Schulträgers in Form der Landeshauptstadt Dresden genießen. Eine Haftpflichtversicherung besteht durch die Stadt Dresden nicht. Deshalb wird allen Fachschüler/-innen zu Beginn der Ausbildung der Abschluss einer privaten Haftpflichtversicherung empfohlen.

Gestaltung der schriftlichen Arbeit

Die Richtlinien zur Gestaltung der schriftlichen Arbeit finden sich in der sächsischen Fachschulordnung unter dem Stichwort "Leistungsnachweise" oder "Facharbeit". Dort wird unter anderem der Mindestumfang der Arbeit mit 12 Seiten Textteil, bei Gruppenarbeiten 18 Seiten Textteil, festgelegt. Die "Handreichung zur Erstellung der Facharbeit an Fachoberschulen" enthält viele gestaltungstechnische Details. In Übereinstimmung mit dem neuen Lehrplan der Fachschule für Technik, Fachrichtung Elektrotechnik, wurde diese Handreichung durch Beschluss der Lehrerkonferenz ab dem Schuljahr 2010/2011 auch für alle anderen Facharbeiten an der Fachschule für Technik des Beruflichen Schulzentrums für Elektrotechnik Dresden für verbindlich erklärt. Hinzuweisen ist auf den Umstand, dass die in der Handreichung angegebenen Seitenzahlen durch die Festlegungen in der Fachschulordnung entkräftet werden, da die Fachschulordnung rechtlich über der Handreichung steht.

Die folgende Verknüpfung öffnet unter anderem eine modifizierte Version der "Handreichung zur Erstellung der Facharbeit an Fachoberschulen", die mit der sächsischen Fachschulordnung abgestimmt ist, und die auf den zutreffenden Formblättern bereits die Angaben der Fachschule für Technik am Beruflichen Schulzentrum für Elektrotechnik Dresden enthält.

  • Informationen für die Facharbeit

Bewertung der Facharbeit

Die Bewertung der Facharbeit erfolgt mit einer Zensur, die sich nach sächsischer Fachschulordnung aus der – in Abstimmung mit dem Auftraggeber der Arbeit – zu erteilenden doppelwertigen Note für die schriftliche Arbeit und der einfachwertigen Note für die mündliche Verteidigung der Facharbeit ergibt. Dafür benötigt die Fachschule eine kurze schriftliche Einschätzung der Facharbeit durch den betrieblichen Betreuer, der in jedem Fall auch ein gern gesehener Gast bei der Verteidigung der Facharbeit ist. Zu den im Rahmen der Facharbeit zu erbringenden Leistungen gehört ein Poster gemäß Vorlage, das zur Facharbeitsverteidigung ausgedruckt als Handout im Format A 4 sowie der/dem schulischen Betreuer/-in als WORD- oder PDF-Datei vorliegt.

Geheimhaltungs- und Haftungsvereinbarungen

Die Bearbeitung von Facharbeitsthemen an einer Fachschule für Technik dient Ausbildungszwecken. Der professionelle Umgang mit allen Informationen aus Facharbeiten und den auftraggebenden Firmen ist dabei eine täglich praktizierte Voraussetzung für die vertrauensvolle und erfolgreiche Zusammenarbeit mit den zahlreichen Partnern unserer Fachschule. Die Leitung der Fachschule spricht sich gegen den Abschluss separater Geheimhaltungs- und Haftungsvereinbarungen aus. Diese behindern den Umgang mit den Facharbeitsthemen im Rahmen der Fachschule. So beschränken oder verbieten solche Vereinbarungen unter anderem die Nutzung kompetenter Ansprechpartner/-innen, die in der Fachschule oder im übrigen BSZ für Elektrotechnik zur Verfügung stehen. Vorhandene Ressourcen bleiben damit ungenutzt, die das Ergebnis einer Facharbeit nicht zuletzt im Interesse des Auftraggebers verbessern können.

Eine Geheimhaltungs- und Haftungsvereinbarung ist nur mit der Privatperson der Fachschülerin bzw. des Fachschülers abschließbar. Gleiches gilt für den schulischen Betreuer der Facharbeit. Geheimhaltungs- und Haftungsvereinbarungen werden demzufolge – wenn überhaupt – zwischen dem Auftraggeber, der Fachschülerin bzw. dem Fachschüler und dem schulischen Betreuer der Facharbeit abgeschlossen. Auf Grund der zunehmenden Anzahl an Angeboten von Facharbeitsthemen aus der Praxis entscheiden sich die Fachschüler/-innen und ihre schulischen Betreuer/-innen eher für Themen ohne spezielle rechtliche Bedingungen, sofern an der betreffenden Aufgabenstellung nicht ein besonderes Interesse besteht. Kommt die Bearbeitung der Aufgabenstellung eines Auftraggebers aus der Praxis nicht ohne extreme Sicherheits- und Geheimhaltungsvorkehrungen aus, muss sich der Auftraggeber fragen lassen, ob dieses Thema tatsächlich einer Fachschülerin oder einem Fachschüler als Facharbeit anvertraut werden sollte.
Themenbeispiele für Facharbeiten

Die folgenden Themen wurden in den zurückliegenden Schuljahren im Rahmen von Facharbeiten an der Fachschule für Technik berarbeitet. Die Auflistung soll potenziellen Praxispartnern, die über die Vergabe von Aufträgen als Facharbeit nachdenken, einen Eindruck über Schwierigkeitsgrad und Komplexität solcher Arbeiten vermitteln. Die Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

  • Analyse der Positioniergenauigkeit des Scara-80-Roboters
  • Anbindung einer Gasregel- und Messanlage an eine Datenfernübertragung
  • Aufbau eines autonomen, mobilen Roboters und Inbetriebnahme der Bewegungsfunktion
  • Aufbau eines Transportsystems mit vier Schrittantrieben
  • Aufbau und Erprobung eines Messsystems zur Schwingungserfassung eines drehzahlgestellten Asynchronmotors auf der Basis der Fourieranalyse
  • Aufbau und Erprobung eines Messsystems zur Erfassung von Torsionskräften
  • Aufbau und Inbetriebnahme einer Greiferlifteinheit sowie deren Automatisierung und Verknüpfung mit dem AQS-Roboter
  • Aufbau und Inbetriebnahme eines Industrieroboters vom Typ Scara 80
  • Aufstellung und Vergleich von Fertigungsverfahren zur Herstellung eines Rings für Hohlräder
  • Ausarbeitung von Arbeitsanweisungen für die Prüfung von Vakuumpumpen auf Explosionsschutz
  • Ausführliche Sensorrecherche zur Ermittlung des Kontaktflächendrucks an Forstreifen auf inhomogenen Untergründen
  • Auslegung einer Klimaanlage für ein Kleinserienfahrzeug
  • Auslegung und Erstellung einer Kupplungsvariante zur Verbindung eines Kraftfahrzeugmotors mit einem Prüfstand
  • Bau eines Planetengetriebes
  • Bearbeitung von Teilproblemen bei der Entwicklung einer Ultraschall-Reinigungsanlage für Kunststoff-Spritzgussteile
  • Bewertung von Konzepten für Sensoren nach konstruktiver Lösung, erreichbaren Parametern und Herstellungsaufwand
  • Darstellung, Analyse, Bewertung und Optimierung der Prozesse und Abläufe im Engineering
  • Dimensionierung einer Photovoltaik-Anlage mit netzgekoppeltem Betrieb
  • Einführung der 2D-Konturenmessung in der Qualitätssicherung
  • Einführung eines Qualitätsmanagementsystems nach DIN EN ISO 9001:2000
  • Entwicklung einer Prozessregelung zum Reibschweißen mit Parallelkinematik
  • Entwicklung eines beweglichen Vakuum-Servicestands zur Lecksuche
  • Entwicklung eines Messsystems zur Messung von Geräuschen an rotierenden elektrischen Maschinen unterschiedlicher Leistung und Geometrie
  • Entwicklung eines sensorischen Prüfmoduls zur Qualitätskontrolle automatisiert gefertigter Steckverbinder
  • Entwicklung und Bau von Vorrichtungen zum Mikrowellentrocknen von synthetischen Hohlfasern
  • Entwicklung und Erprobung spektraler Messtechnik für pyroelektrische Infrarotdetektoren mit durchstimmbarem Fabry-Pérot-Filter zur Charakterisierung der Lageabhängigkeit
  • Entwicklung und Herstellung eines Kraftmessgeräts für Ruderpaddel
  • Entwicklung und Konstruktion einer Aufnahmevorrichtung zur Bearbeitung von Walzenkörpern
  • Entwicklung und Konstruktion eines Schneidewerkzeugs
  • Entwurf einer Be- und Entladestation für Quarzteile in der Ofentechnik
  • Entwurf und Herstellung eines Getriebemodells
  • Entwurf und Konstruktion einer Verkugelungsvorrichtung für Kleinventile
  • Erarbeitung der Technologie zur Herstellung von Stanz- und Biegewerkzeugen
  • Ergonomische Bewertung und konstruktive Gestaltung eines Versandbereichs
  • Erstellen einer Prüfdokumentation für die Endmontage
  • Erstellen eines Kurzpflichtenhefts für das halbautomatische Auswaschen einer Feingussform
  • Erstellen und Parametrierung von Aluminiumkonstruktionen
  • Erstellung der Differenz-Bauunterlagen für die Umrüstung eines Flugzeugs
  • Komplettierung und Inbetriebnahme eines Prüfstands zur Erprobung von Sensortechnik
  • Konstruktion einer Biegevorrichtung für Universalprüfmaschinen
  • Konstruktion einer elektrisch angetriebenen Seilwinde
  • Konstruktion einer Höhenverstellung für einen Montagewagen
  • Konstruktion einer Vorrichtung zur Montage, Vakuumprüfung und Technologieerprobung von Ringmagnetrons
  • Konstruktion eines fahrbaren Be- und Entladewagens für Folienrollen
  • Konstruktion eines Schneepflugs für Radlader
  • Konstruktion eines Spritzgusswerkzeugs
  • Konstruktion eines Wassertanks mit Pumpe für eine Funkenerosionsmaschine
  • Konstruktion und Herstellung einer flexiblen Vorrichtung zu Fertigung von Fügeproben
  • Konstruktion von Schachtkopfträgern einer Aufzugsanlage
  • Kopplung von PC und CNC-Maschine inklusive Erstellung von Software zum Datenaustausch
  • Optimierung von Luftdrucksteuerventilen an Druckmaschinen
  • Praktische Konzipierung und Planung eines Kleinwasserkraftwerks
  • Sicherheitsbeschaltung für ein Dreiachslaserbearbeitungszentrum
  • Theoretische und experimentelle Grundlagenuntersuchungen zum Einsatz von Ring-Ultraschallmotoren zur Fokussierung in Infrarotobjektiven
  • Untersuchung der Möglichkeiten und Entwurf eines automatischen Werkzeug-Schnellwechselsystems für Bohrmaschinen
  • Untersuchung der technischen Möglichkeiten zur Reinigung und Trocknung von Kolbenringen
  • Untersuchung eines kapazitiven Messsystems zur Wellenpegelmessung
  • Untersuchung von Steuerungskonzepten zum Personenschutz an Anlagen mit großer Ausdehnung
  • Vergleichende Untersuchung und systematische Bewertung von Reinigungsanlagen für Tiefdruckzylinder
  • Vorrichtung zur Radmontage und -demontage an PKW